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Musik der Gegenwart

 

Einen im deutschsprachigen Raum einzigartigen Schwerpunkt der Forschung und Lehre der Professur für Musik der Gegenwart bildet die elektroakustische Musik. Hierfür stehen im Musiksaal und im Klangstudio des Musikwissenschaftlichen Instituts zwei Mehrkanal-Wiedergabeanlagen zur Verfügung sowie damit vernetzte, computerbasierte Technologien zur Klangerzeugung und -analyse. Zudem verfügt das Klangstudio über eine eigene Bibliothek mit einem umfangreichen Schallarchiv mehrkanaliger elektroakustischer Musikeinspielungen, wie es an einer anderen europäischen Universität derzeit nicht vorhanden ist. Besonderes Gewicht haben zudem die Veranstaltungszyklen Komposition und Musikwissenschaft im Dialog und Raum-Musik, in deren Rahmen die musikwissenschaftliche Arbeit in einen direkten Kontakt mit der gegenwärtigen kompositorischen Praxis gebracht wird.

Bei dem Forschungsgegenstand der elektroakustischen Musik handelt es sich um ein seit 1948 entstandenes historisches Phänomen, das – ausgehend von ersten Studiogründungen in Paris (Musique concrète, Pierre Schaeffer) und Köln (Elektronische Musik, Karlheinz Stockhausen) – einen zentralen Stellenwert in der aktuellen Komposition gewonnen hat.

Im Sinne der Etablierung eines kontinuierlichen Wissensaustausches mit zeitgenössischen Komponisten wurden Kooperationsvereinbarungen mit international renommierten Produktions- und Forschungsstätten elektroakustischer Musik getroffen, namentlich mit der Groupe de Recherches Musicales de l’Institut National d’Audiovisuel, Paris (Direktor: Daniel Teruggi), dem Studio PANaroma, São Paulo (Leiter: Flo Menezes) und dem Institut für Musik und Akustik am Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (Leiter: Ludger Brümmer). Außerdem besteht seit 2000 ein enger Dialog mit François Bayle, dem Nachfolger Schaeffers als Leiter der GRM 1966 und Ehrendoktor der Universität zu Köln seit 2006.

Die Studierenden erhalten des weiteren Einblicke in zentrale historische Stationen der Neuen Musik, aber auch in zahlreiche andere musikalische beziehungsweise musikalisch-intermediale Phänomene des 20. und 21. Jahrhunderts aus musikästhetischer, -philosophischer, -soziologischer und medientheoretischer Perspektive. Dazu zählen rezente Rockmusikkulturen (Metal, Hardcore, Punk) ebenso wie Komposition und Sounddesign im Videospiel oder die Konzepte der Performance-Kunst.