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Historische Musikwissenschaft

 

Der Reiz der Musik, eine der sinnlichsten Künste zu sein, bedeutet für den Versuch einer wissenschaftlichen Annährung zugleich eine starke Herausforderung, denn eine semantische Deutung von Musik ist nur begrenzt möglich. Zugleich stellt der oft hochgradig emotionale Charakter von Musik aber auch eine Chance dar: Musik ist eine Schlüsselquelle für die historische Emotionsforschung.

Die Historische Musikwissenschaft des Kölner Instituts versteht sich als eine Wissenschaft, die die verschiedenen Musiken unterschiedlicher Kulturen und Epochen politisch, soziologisch, ideen- bzw. ideologiegeschichtlich analysieren und interpretieren will, um der vermeintlichen semantischen Indifferenz der Musik zum Trotz Verstehenszugänge und Deutungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dies kann zugleich auch über die Einbindung der Musik in politische Strukturen, in Märkte und in cultural practices geschehen sowie durch die Auseinandersetzung mit der Fremdartigkeit zeitlich fern liegender Kulturen, deren Fruchtbarkeit darin besteht, das Vertraute aus einer Perspektive in den Blick nehmen zu können, die es kritisch beleuchten und hinterfragen lässt.

Die Historische Musikwissenschaft behandelt Musik von der Antike bis zur Gegenwart, wobei in Köln Schwerpunkte auf der Musik des Mittelalters, der Musik des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, der Filmmusik und auf dem Jazz liegen, doch befinden sich diese Schwerpunkte im ständigen Fluss. Die unterschiedlichen Formen von Musik historisch-kulturell verstehen zu können, erfordert zugleich, sie in Kontexten der Philosophie, der bildenden Kunst, der Literatur, des Films, des Theaters und der Wissenschaftsgeschichte zu begreifen. Besonderer Wert wird auf die Vermittlung wissenschaftstheoretischer und methodischer Kenntnisse gelegt.